karies lässt sich im frühstadium ohne bohrer behandeln

Karies lässt sich im Frühstadium ohne Bohrer behandeln

Viele Erwachsene werden schon bei dem Gedanken an den Bohrer in der Zahnarztpraxis nervös. Bloß kein Loch im Zahn, wünscht sich da jeder. Doch kann eine Karies überhaupt ohne Bohrer behandelt werden? Die Antwort laut: Ja. Eine sogenannte Kariesinfiltration macht es möglich. Dahinter verbirgt sich ein mikroinvasives Verfahren, mit dem sich Karies im Anfangsstadium behandeln lässt. Wichtige Vorausetzung sind die regelmäßigen Kontrolltermine in der Zahnarztpraxis, denn nur so kann eine beginnende Karies rechtzeitig erkannt werden. Da Karies sich meist sehr langsam entwickelt, kann es mehrere Jahre dauern, bis der Patient Zahnschmerzen bekommt. In der Zahnarztpraxis kann der Zahnarzt ein Röntgenbild anfertigen, auf dem sich eine Karies häufig schon im Anfangsstadium zeigt, ohne dass der Patient über Schmerzen klagt. Mit bloßem Auge ist die Läsion meist noch nicht zu erkennen, es sei denn, es handelt sich um White Spots (weiße Flecken), die durch Demineralisierung der von Karies betroffenen Zähnen entstehen.

Schmerzfreie Kariesbehandlung in der Zahnarztpraxis

Bei der Kariesinfiltration (Icon-Therapie) wird die kariöse Stelle mit einer speziellen Substanz behandelt. Um die beginnende Karies zu stoppen, wird zunächst ein Gel in den betroffenen Bereich eingebracht, welches den kranken Kariesteil beseitigt. Im Anschluss wird der Teil des Zahns mit Icon (flüssiger Kunststoff) aufgefüllt. Das Füllmaterial dringt tief in die Endgefäße des betroffenen Zahns ein und versiegelt ihn gegen kariogene Säuren. Zum Schluss wird der Kunststoff mit UV-Licht ausgehärtet. Da bei der Kariesinfiltration nicht gebohrt wird, ist keine Betäubung nötig und es geht auch keine gesunde Zahnsubstanz verloren, was ein großer Vorteil der Behandlung ist. Entwickelt wurde die neuartige Kariesbehandlung ohne Bohren vor rund zehn Jahren von der Berliner Charité und der Universität Kiel. Man spricht auch vom „Infiltration Concept“, kurz Icon. Das Verfahren gilt als mikroinvasiv, da es schonender ist als Bohren. Außerdem lassen sich mit dem Verfahren kariöse Stellen in Zahnzwischenräumen problemlos erreichen.

Für wen eignet sich die Methode?

Die Kariesinfiltration eignet sich nur für Patienten, deren Karies in einem frühen Stadium erkannt wird. Bei fortgeschrittener Karies kommt der Patient nicht drum herum, dass der Zahnarzt zum Bohrer greift, die geschädigte Substanz entfernt und anschließend den Zahn mit einer Füllung oder einem Inlay versorgt.

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